{"id":290,"date":"2026-07-07T16:10:56","date_gmt":"2026-07-07T14:10:56","guid":{"rendered":"https:\/\/carolabark.de\/?page_id=290"},"modified":"2026-07-07T16:48:51","modified_gmt":"2026-07-07T14:48:51","slug":"texte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/carolabark.de\/?page_id=290","title":{"rendered":"Texte"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-small-font-size\"><strong>R\u00e4ume zum Klingen bringen: Die Arbeiten von Carola Bark<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Unter allen Verbindungen zwischen den verschiedenen K\u00fcnsten ist diejenige zwischen der Architektur und der Musik die innigste. Beide haben mit Einteilung, mit Proportionen, mit Rhythmus zu tun. Beide operieren in R\u00e4umen &#8211; seien es die physischen R\u00e4ume, in denen das allt\u00e4gliche Leben stattfindet, seien es die akustischen R\u00e4ume, die unmittelbar in die mentalen R\u00e4ume der Fantasie und der Erinnerung \u00fcbergehen. Und beiden kann man sich nicht entziehen. Ein Gem\u00e4lde verschwindet, sobald man die Augen schlie\u00dft. Die Ohren hingegen lassen sich nicht verschlie\u00dfen, der Tastsinn nicht ausschalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Carola Bark hat sich f\u00fcr die bildende Kunst entschieden, aber ihre Kunstwerke vermitteln den Eindruck, dass sie ebenso gut auch Architektin oder Musikerin h\u00e4tte werden k\u00f6nnen. Sie hat ihr Instrumentarium derart pr\u00e4zise gesch\u00e4rft &#8211; vereinfacht gesagt ist es die \u00dcberschneidung von zwei geraden Streifen im rechten Winkel &#8211; dass sie es nun auf die verschiedensten Gegenst\u00e4nde und Situationen anwenden kann. Die <em>Visuellen Partituren<\/em> bilden gleichsam die Basis f\u00fcr ihre Erkundungen. Seit Ende 1999 ist die Sammlung von kleinformatigen Zeichnungen und Collagen auf \u00fcber hundert St\u00fcck angewachsen. Bark stellte einen Teil davon en bloc aus, als ob sie noch einmal h\u00e4tte tief Atem holen wollen, bevor sie sich 2001 mit dem Projekt <em>Der Klang Visueller Partituren im Raum<\/em> aufmachte, ganz neue R\u00e4ume damit zu erkunden. M\u00fchelos sprengte sie die Grenzen der Zeichnung und markierte mit Kohlestrichen und Klebestreifen architektonische Details wie Wandklappen, Treppenh\u00e4user, oder Materialien auf einer Baustelle. Diese unbetitelten, ephemeren Interventionen an bewusst entlegenen Orten stehen in unmittelbarer Beziehung zu den nummerierten Wandobjekten, in denen sie ihre Untersuchungen gleichsam komprimiert hat. Beide Sto\u00dfrichtungen zeugen von der gro\u00dfen Reichweite einer Kunst, der es auf Anhieb gelingt, die Umgebung in Schwingung zu versetzen, wo immer sie auftritt. Die T\u00fcren stehen weit offen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Philip Ursprung, Z\u00fcrich 2002<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-f85a98e3a7d22be11d6c9a484c3a0872\"><strong>Spatial Resonance: The Work of Carola Bark<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-035cc629dece3e02719780bfa3507ce0\">Of all the connections between the various arts, the one between architecture and music is the closest. Both have to do with gradation, proportion, rhythm. Both operate within spaces \u2013 be they physical, in which everyday life takes place, or acoustic, which merge into the mental realms of imagination and recollection. And neither of them can be ignored. A painting vanishes once our eyes are closed, but neither the ears can be closed nor our sense of touch suspended.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-5b2c82c39d49eff2d76eb9dd9a4c502f\">Carola Bark is a visual artist, but her works give the impression that she could just as easily have become an architect or a musician. So precise is her artistic equipment \u2013 simply put, the right-angled intersection of two straight lines \u2013 that it can be applied to a wide variety of objects and situations. Her <em>Visual Scores<\/em> form the basis of her artistic investigations, and since late 1999 a collection of small-format drawings and collages has expanded to include over a hundred. Bark exhibited part of this collection, somewhat as if she were taking a deep breath, before embarking on an entirely different exploration in 2001 with the project <em>The Spatial Resonance of Visual Scores<\/em>. Here she quite effortlessly broke the boundaries of drawing and marked out architectural details such as wall hatches, stairwells or building-site material with charcoal or adhesive tape. These untitled, ephemeral interventions into deliberately chosen out-of-the-way places have a direct relationship to the numbered wall objects in which her researches are, as it were, condensed. Both areas of investigation reveal an artistic range that is immediately able to cause its surroundings, whatever they may be, to resonate. The doors are open wide.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-21410296e52bf7ac24f50ffa7c24a291\">Philip Ursprung, Zurich 2002<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><strong>Eine Begegnung mit den Arbeiten Carola Barks<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Grundlage des Oeuvre von Carola Bark ist eine \u00fcberwiegend graphische Gitterstruktur aus Linien. Dieses scheinbar einfache Grundmuster erweitert sich zu einem komplexen Gebilde mit einer Vielzahl von Ebenen, wenn bestimmte Variablen ver\u00e4ndert werden. Diese Variablen sind hier die Dicke, der Verlauf, die L\u00e4nge, die Farbigkeit der einzelnen Linien wie auch der Ver\u00e4nderbarkeit des Tr\u00e4germaterials und der Kontext der Arbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Tr\u00e4gerelemente sind nicht nur Papier, Pappe, Wand, Holz, sondern auch B\u00f6den, Geb\u00e4udew\u00e4nde, Treppenaufg\u00e4nge, Brunnen und Abfallbeh\u00e4lter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">In den Arbeiten Carola Barks wird ein gro\u00dfer Reichtum an Assoziationsm\u00f6glichkeiten aufgeschlossen, der aus dem Abstrakten heraus den Blick auf die Welt er\u00f6ffnet: Striche, Lineaturen unterschiedlicher Dicke und Dichte, Leichtigkeit und Schwere er\u00f6ffnen weite im weitesten Sinne landschaftliche Ausblicke und rhythmische, r\u00e4umliche Staffelungen genauso wie sie auch gef\u00e4ngniszellenhafte Gitterblockaden bilden k\u00f6nnen. Im Verh\u00e4ltnis zwischen dem Ort der Zeichnung und der Umgebung, z.B. einer Art Zeichnung aus Klebeband in einem Treppenhaus an der Wand entstehen neue Realit\u00e4ten, die das Ergebnis von einem gew\u00f6hnlichen Tafelbild abheben. Das Ungewohnte der Kombinationen und die lapidare, oft trockene Vorgehensweise f\u00fchren zu neuen Denkweisen und Raum\/Ortsvorstellungen beim Betrachter und erschlie\u00dft damit Ungedachtes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Die Farbigkeiten sind zur\u00fcckgenommen ins Grau, Wei\u00df, Schwarz sowie nat\u00fcrliche Erdigkeiten: Ocker, Beige.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Manchmal entstehen Arbeiten ad hoc im Vor\u00fcbergehen, aus der Wahrnehmung heraus z.B. an einer Hauswand in Adlershof, bei der ein horizontaler Strich mit Klebeband ausreicht, um zusammen mit der Wand eine neue dreidimensionale entmaterialisierende Zeichnung entstehen zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Neben den Zeichnungen ist das Angehen des realen Raumes mittels Farbe, Klebeband und Schnur eines der wichtigen Projekte der K\u00fcnstlerin in den letzten drei Jahren gewesen. Wichtig scheint mir dabei das Aufladen des Raumes mit einer Atmosph\u00e4re durch den k\u00fcnstlerischen Eingriff: Mit nur wenigen Mitteln, diese jedoch sehr pr\u00e4zise eingesetzt, gelingt es Bark, sinnliche Ereignisse stattfinden zu lassen, die ich des \u00f6fteren sogar zu h\u00f6ren glaube wie bei der Fu\u00dfbodenarbeit im Alexander von Humboldt Haus 2001 in Bayreuth. Realraum und erzeugter Raum durchdringen sich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Ber\u00fchrungspunkte mit Vorgehensweisen von Ryman, Sandback und Martin ergeben sich. Mit letzterer hat Carola Bark die Pr\u00e4zision der Unvollkommenheit gemein, die einen Gutteil des Charakters der Zeichnungen ausmacht: Nicht Sterilit\u00e4t, sondern Lebendigkeit, die ihre eigene Pr\u00e4zision und Abgeschlossenheit hat. Letztendlich geht es um Sch\u00e4rfung der Wahrnehmung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Andreas Schmid, Berlin 2004<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-b819f8c34d431bd48fe3462571435ec9\"><strong>An encounter with the works of Carola Bark<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-c12a509f55c73cc99340639e56649044\">When regarding Carola Bark\u2019s oeuvre, it is immediately apparent that grid patterns are the basic element on which much of her work is based. However, by changing certain variables \u2013 i.e. the thickness, length, direction, and color of the lines, as well as the context of the individual works and the surfaces on which they are produced \u2013 Bark expands masterfully on this seemingly simple theme and achieves complex structures incorporating numerous layers and planes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-f19948613e948d00676ce060fcbfbc2c\">In addition to paper, cardboard, and wood, Bark also uses a wide range of less orthodox surfaces for her work, such as floors, walls, stairwells, wells, and refuse containers.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-c65a44d74f538b8bac39e2aed6b1f9de\">Taking the abstract as a point of departure from which to approach the physical world, Bark\u2019s works conjure up a wealth of possible associations. She creates landscapes in the broadest sense of the word: Using lines of different thickness to form grids of varying density, she produces effects that range from rhythmic spatial layering to claustrophobia- inducing barriers evoking prison bars.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-d95b6c2f9a574c97bc2fd2fa12387c39\">The contexts in which they are placed \u2013 e.g. a &#8222;drawing\u201d of sorts executed in duct tape on a stairwell wall \u2013 create new realities that set her works apart from conventional paintings and drawings. These unusual juxtapositions and the concise, almost arid nature of Bark\u2019s pieces open up novel perspectives and conceptualizations of space, thus often leading viewers\u2019 minds in surprising new directions.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-bda71d1ce9245b8c08c6a1bd14bd3398\">Bark\u2019s palette is restrained, consisting for the most part of gray, white, black, and muted earth hues such as ochre and beige.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-32c0424daaacbbe4f3446c74c276bb71\">Much of Bark\u2019s work is produced ad hoc, inspired by the character and features of a specific location. A good example of this type of piece can be found in a building in Adlershof, where the &#8222;dematerializing\u201d effect of a horizontal line of duct tape on a wall creates a three-dimensional work of art.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-e029b70da55ec45c7a3994eac8da0186\">In addition to drawings, much of Bark\u2019s work in the past three years has involved transforming real space(s) with paint, tape, and string. The effect of these modifications can be quite powerful, creating a certain aura or mood almost as palpable as if the space(s) had been charged with electricity. Though Bark makes use of a limited range of artistic means, she wields them with extraordinary precision. The results she achieves are perhaps best described as sensual experiences,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-2598625be4a0e095d0304815fe28a5f4\">as for example her work on a floor surface at Alexander von Humboldt Building in Bayreuth: I was truly almost convinced I could hear it. Real space and the spaces she creates interpenetrate each other.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-490e1747ee1a39a3a800015ada0651dd\">Some aspects of Bark\u2019s approach and way of working call to mind artists such as Ryman, Sandback, and Martin. With the latter, Carola Bark shares the &#8222;precision of imperfection\u201d that is so characteristic of her drawings. Rather than being defined by lifeless perfection, her work is imbued with a unique vitality that possesses a self-contained quality and precision all its own.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-eee138d8fc314ffe96e1adf9f277ca4a\">Ultimately, Bark\u2019s work is about honing our powers of perception<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-338e5bb978e630edc74748d8b65bbb87\">Andreas Schmid, Berlin 2004<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><strong>\u201e&#8230;mich interessiert, was eine Linie macht.\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Zu den Zeichnungen von Carola Bark<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">In der Zeichnung gerader Linien hat Carola Bark ihr elementares Medium gefunden. Dabei bleibt sie nicht der Strichzeichnung auf Papier verhaftet; stets auf der Suche nach neuem Material zur Pr\u00e4zisierung der eigenen Bildsprache erweitert die Berliner K\u00fcnstlerin die Zeichnung in den realen dreidimensionalen Raum. Zu ihren zeichnerischen Mitteln z\u00e4hlen Graphitstifte ebenso wie farbige Bindf\u00e4den, Schn\u00fcre und Klebeb\u00e4nder aus Baum\u00e4rkten oder Kurvenb\u00e4nder, die noch aus der fr\u00fcheren Labort\u00e4tigkeit der ausgebildeten technischen Assistentin stammen. Als Tr\u00e4germaterial dienen ihr zus\u00e4tzlich zum wei\u00dfen Papier auch Wandklappen, freie Wand- und Bodenfl\u00e4chen im Innen- oder Au\u00dfenraum.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Barks Materialien und Bildfindungen stehen der Architektur wie der Musik nahe. So verm\u00f6gen die seit 1999 entstehenden kleinformatigen <em>Visuellen Partituren,<\/em> f\u00fcr die sie mit Graphit-, schwarzem Filzstift und Klebeband feine parallele Linien und Gitterstrukturen in rhythmischen Variationen auf das quadratische Papier setzt, durch \u00dcberlagerungen und Verdichtungen musikalische Qualit\u00e4ten zu entfalten. Die Assoziationen zur Musik, zu Notenbildern und Klangstrukturen sind vielf\u00e4ltig sowie auch die Bildtitel fiktiver Musikergr\u00f6\u00dfen wie <em>King George<\/em> (2001) oder das Tonband in <em>Betsy Bevans<\/em> (2001) an Musik denken lassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">J\u00fcngeren Serien liegen die Besch\u00e4ftigung mit Zeichnungen von Gartenarchitekturen zugrunde oder mit Schottenmustern, angeregt durch einen Stipendiumsaufenthalt der K\u00fcnstlerin in Glasgow.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">In <em>Burns Check<\/em> (2002), der Titel spielt auf den Tartan des schottischen Dichters Robert Burns an, dehnt Bark die Zeichnung, f\u00fcr die sie das Klebeband direkt auf die Wand montiert und Schn\u00fcre zwischen Boden und Decke gespannt hat, in den Galerieraum aus. Indem die Grenzen zwischen Bild-, Architektur- und Betrachterraum aufgehoben sind, l\u00e4sst sie uns unmittelbar an der Raumzeichnung teilhaben. Mal folgt das Auge aus der N\u00e4he der einzelnen Schnur bis zu ihrer Verankerung in der Wand, mal nimmt es die Linien aus der Distanz als rhythmische Gliederung der Wandfl\u00e4che oder optische Erweiterung des Raumes wahr. Visuelle und taktile Wahrnehmung werden gleicherma\u00dfen affiziert, der Galerieraum als akustischer Raum erfahren \u2013 fl\u00fcchtig und doch gegenw\u00e4rtig. Dar\u00fcber hinaus sch\u00e4rfen die Raumzeichnungen den Blick f\u00fcr Ausma\u00df und Proportionen des gebauten Raums sowie f\u00fcr Details der Heizungsrohre, T\u00fcr- und Fensterrahmen, Bodenbel\u00e4ge oder Unebenheiten der Wandoberfl\u00e4che, die Bark im vermeintlich reinen White Cube als gegeben akzeptiert. Sie st\u00f6ren nicht, vielmehr haben wir erst durch die k\u00fcnstlerische Arbeit den Architekturraum sehen und erfahren gelernt und sind sensibilisiert, Strukturen im Alltag anders wahrzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Raumerkundungen f\u00fchren Carola Bark auch in \u00f6ffentliche R\u00e4ume der Stadt. Mit vorgefertigten Streifen aus Klebefolie und der Kamera macht sie sich f\u00fcr potentielle Interventionen an meist abseitigen, transitorischen Orten auf, die sie anschlie\u00dfend fotografisch dokumentiert. Der spontane Eingriff an einem Brunnenrand (Halle-Neustadt, 2002) stellt eine dezente, subtile Paraphrase der Umgebung dar, die ihre Spannung aus der ephemeren \u00e4u\u00dferen Erscheinung und gezielten zeichnerischen Setzung bezieht. Eine einfache horizontale Linie \u00fcber die gesamte L\u00e4nge der Hauswand (Berlin-Adlershof 2002) ver\u00e4ndert den Blick auf den Ort und hinterl\u00e4sst auch in der Wahrnehmung der Passanten ihre Spuren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Geschultes Auge, zeichnerische Pr\u00e4zision und subtiler Humor der K\u00fcnstlerin faszinieren in den Interventionen im Stadtraum wie in ihren Papier- und Raumzeichnungen. Carola Barks Arbeiten zeichnen sich durch Bescheidenheit der Mittel, technische Souver\u00e4nit\u00e4t und spielerische Experimentierfreude aus, wie es zusammen vielleicht am deutlichsten im Medium der Zeichnung aufzuscheinen vermag.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">In j\u00fcngster Zeit entstanden architektonische Entwurfszeichnungen, in denen Bark Raumzeichnungen im Atelier aus farbigem Knopflochgarn, welches durch das Papier gezogen wird, projektiert. Solche Bindfadenbilder kommen der Architekturzeichnung am n\u00e4chsten. Sie sind gleichsam Papierarchitekturen, sofern bei ihrer Realisierung die Schn\u00fcre den in der Zeichnung perspektivisch angedeuteten Atelierraum in seinen gebauten Dimensionen sprengen w\u00fcrden. So bleiben sie auf dem Papier entworfene Phantasie- und Denkr\u00e4ume.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Caroline Philipp<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Berlin, Juli 2007<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-125648117f67dcb01c13e7d613b13d7c\"><strong>\u201c&#8230; I\u2019m interested in what lines do.\u201d<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-0f2176467886ef74b1ba870a7735467c\">On the drawings of Carola Bark<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-e249e61e1bfe77d79e1252836116a4b2\">By drawing straight lines Carola Bark has found her elemental medium, although she does not restrict herself to line drawings on paper. Always in search of new material through which to clarify her visual language, this Berlin-based artist extends drawing into real, three-dimensional space. Her graphic tools, apart from pencils, include coloured threads, string and adhesive tape from DIY stores, or corner tape from her former laboratory work as a technical assistant. In addition to white paper her working surfaces contain include wall hatches and include both interior and exterior walls and floors.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-c317269d8277ddd82349675abf353c31\">Bark\u2019s material and artistic procedures come close to both architecture and music. Her <em>Visual Scores<\/em>, for example \u2013 which she has been producing since 1999 by setting fine parallel lines and grid structures onto square paper in pencil, black felt pen and adhesive tape \u2013 give rise to musical qualities in their intricate rhythmical overlay. The references to tones, scores and sound structures are varied, and the titles with names of fictional musical giants like <em>King George<\/em> (2001) or the tape in <em>Betsy Bevans<\/em> (2001) also make one think of music.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-b69ab792d66036fffa25679a55067053\">Recent series are based on garden designs or tartan patterns, prompted by the artist\u2019s travel scholarship to Glasgow.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-11a40552d878b55e4398a33a105a2f36\">In <em>Burns Check<\/em> (2002) \u2013 the title refers to the tartan of the Scottish poet Robert Burns \u2013 Bark extends the drawing into the gallery space by applying adhesive tape directly onto the wall and stretching cord between floor and ceiling. By dissolving the boundaries between image, architecture and viewing space she enables us to participate directly in the work. Sometimes the eye follows the individual cords to where they join the wall; sometimes it perceives the lines from a distance as a rhythmic structuring of the wall\u2019s surface or an optical extension of the space. Both visual and tactile perception are affected, and the gallery space is experienced as an acoustic space \u2013 ephemeral yet present. These spatial drawings also sharpen the eye to the scale and proportion of the interior architecture, or to details like heating pipes, door and window frames, floor coverings or unevenness in the wall surfaces, which Bark accepts as given elements in the so-called \u201cwhite cube\u201d. They are not disruptive; indeed it is through the artistic work that we viewers become receptive to the architectural space and are able to perceive everyday structures differently.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-82c91e4cd96444e3ee021a221ada19a9\">Her spatial investigations lead Carola Bark into public urban spaces. Using prefabricated strips of adhesive tape she intervenes in mostly peripheral or transitional places, which she then documents photographically. Her spontaneous installation at the edge of a fountain (Halle-Neustadt 2002) represents a discreet, subtle paraphrase of the surroundings whose tension arises from its ephemeral appearance and deliberate graphic composition. A simple horizontal line along the entire length of a building (Berlin-Adlershof 2002) alters our view of the site and also leaves its traces in the awareness of passers-by. The artist\u2019s trained eye, graphic precision and subtle humour are as fascinating in these urban interventions as in her spatial drawings and works on paper. Carola Bark\u2019s work is distinguished by its modest means, technical command and playful love of experiment \u2013 a combination that can perhaps most clearly come to the fore in the medium of drawing.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-f57bcf9620d111739a2c5db7b3647354\">Bark\u2019s recent drawings are architectonic sketches in which she projects her studio space onto paper using coloured thread. These stitched works come closest to architectural drawing; they are, if you like, paper architecture, as \u2013 were they to be realised \u2013 the space they indicate would explode the concrete dimensions of the studio. Thus they remain blueprints for spaces that only the mind can inhabit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-da9ba88adf692f0b6d60bf5e72849b2a\">Caroline Philipp<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-2cd679947279c7795312d65b76e55892\">Berlin, July 2007<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>R\u00e4ume zum Klingen bringen: Die Arbeiten von Carola Bark Unter allen Verbindungen zwischen den verschiedenen K\u00fcnsten ist diejenige zwischen der Architektur und der Musik die innigste. Beide haben mit Einteilung, mit Proportionen, mit Rhythmus zu tun. 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